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4528 Zuchwil

Karate-Club Zuchwil

Karate-Club Zuchwil

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"Karate hat nichts gemeinsam mit den aus dem Kino und dem Fernsehen bekannten Kampfszenen in der dritten Dimension, wo schliesslich, nach unzähligen Toten und Verletzten, der Held, der stets das Gute im Menschen verkörpert, im finalen Showdown den Bösewicht besiegt und die Gerechtigkeit wieder herstellt.

Karate ist eine philosophisch ausgerichtete Sportart, in welcher die Auseinandersetzung mit sich selbst und die persönliche Weiterentwicklung im Mittelpunkt stehen. Nicht der Kampf steht an oberster Stelle, sondern der Sieg über sich selbst. Wer sich für die Ausübung des Karatesports entscheidet, wählt bewusst eine Sportart aus, die ausserhalb von Ruhm und Glamour steht. Der Karateka, wie derjenige genannt wird, der den Karatesport betreibt, trainiert seinen Geist und seinen Körper ausdauernd und hart, um damit jene Harmonie zu finden, die es ihm erlaubt, sozusagen von Aussen das Geschehen zu betrachten und auf diese Weise die am besten geeigneten Mittel einzusezten, um eine Situation zu bewältigen. Dass dabei der Kampf das letzte Mittel ist und dieser folglich so lange als möglich vermieden wird, liegt auf der Hand. Von dieser Einstellung zeugen sämtliche Katas (form- und ablaufgebundene Auseinandersetzungen mit einer Reihe immaginärer Gegner), welche ohne Ausnahme mit einer Abwehrhandlung beginnen. So besteht auch ein weiteres Ziel des Karate darin, den Kampf zu vermeiden und, nicht zu provozieren. Aus diesem Grunde wird im Zuge von Partnerübungen neben der Präzision, dem Timing und der Schnelligkeit auch der Respekt vor dem Gegenüber sowie die Selbstkontrolle gefordert und gefördert. Das Karate wirkt sich dadurch auch positiv auf den Charakter, die Konzentrationsfähigkeit und die Selbstdisziplin aus - Eigenschaften, die in der heutigen Zeit des generellen Zerfalls von ehemals unbestrittener Werte in unserer Gesellschaft immer weniger Beachtung finden.

Wer sich für den Karatesport entscheidet, wählt eine ganzheitliche Sportart aus, die eine lebenslange Schulung erfordert. Die Vollkommenheit wird dabei immer nur angestrebt, sie wird aber nie erreicht. So ist es denn auch eine oft verschwiegene Tatsache, dass mit dem ersten Schwarzgurt (es gibt deren 10) das Karate erst seinen Beginn nimmt. Dies will aber nicht heissen, dass man nicht - ähnlich wie beim Fussball- oder Ice-Hockeyspiel - nicht auch Erfolge hat. Nur fallen beim Karate keine Tore, sondern man wird spüren, wie die Bewegungen schneller und geschmeidiger werden, die Schläge und Tritte präziser ausfallen, die Abwehr- und Angriffshandlungen verinnerlicht und automatisiert werden. Der Schüler spürt, wie sein Können wächst, der Meister wird es sehen und es fördern. Ein effektiver und raffinierter Trainingsaufbau unterstützt den Karateka auf diesem Weg der Vollkommenheit. Neben der Grundschule und der Kata bestehen auch viele Kumite-Arten, mit denen man - als letzter Ausweg - lernt, einen Angreifer kampfunfähig zu machen. Die Schläge und Tritte werden aber im Training selbstverständlich nur angedeutet, der Körperkontakt wird auf ein Minimum reduziert. Anlässich von Turnieren auf nationaler und internationaler Stufe besteht die Möglichkeit, sich in den Disziplinen Kata und Kumite mit anderen Karatekas zu messen. Dabei laufen diese Wettkämpfe nach klaren Regeln ab, Unsportlichkeiten werden nicht geduldet und haben in der Regel den Ausschluss aus dem Wettbewerb zur Folge.
Wer sich für Karate entscheidet sagt "ja" zu einer faszinierenden, geheimnisvollen und philosophischen Sportart, die man lebenslang, unabhängig des Alters und des Geschlechts ausüben kann. Im Übrigen - Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und den Nationalitäten war und ist im Karate nie ein Thema."