Verein

Geschichte

Karate-Club Visp-Tärbinu - 20 Jahre Karate auf höchsten Niveau im Oberwallis

In den Dörfern des Oberwallis war Karate schon vor der Gründung des ersten Klubs ein Begriff. Man kannte die Kampfkunst von den Medien und Erzählungen im Zusammenhang mit der asiatischen Kultur. Bis 1989 bestand jedoch keine Möglichkeit, diese faszinierende Sportart im Oberwallis zu erlernen. Interessierte waren gezwungen, bis ins Unterwallis oder dann in die Deutschschweiz zu reisen.
Der Tärbiner Iwan Heinzmann arbeitete während drei Jahren in Gerlafingen (SO). Seinen Erzählungen entsprechend fiel ihm schon am Ankunftstag ein Werbeplakat des Karate Klubs Gerlafingen auf. Spontan meldete er sich für den ausgeschriebenen Anfängerkurs an.

Vereinsgründung im Jahre 1989

Im Jahre 1989 beendete er sein berufliches Engagement in Gerlafingen und kehrte in seine Walliser-Heimat zurück. Dort angekommen suchte er nach einer Möglichkeit, seine neu erlernte Leidenschaft weiter zu trainieren und zu perfektionieren. Zudem hegte er den Wunsch, sein Können an andere Interessierte im Oberwallis weiterzugeben.

So gründete er 1989 in Visperterminen mit Hilfe des S.K.I.S.F und Shihan Rikuta Koga(8.Dan) den Karate Klub „Tärbinu". Es war das erste Mal in der Geschichte des S.K.I.S.F, dass einem „Blaugurt" die Möglichkeit geboten wurde, einen Klub zu gründen und zu trainieren. Dass dieses Vertrauen mehr als gerechtfertig war, zeigt die spätere Entwicklung des Shotokan Karate im Oberwallis; in den Folgejahren nahmen immer mehr Oberwalliserinnen und Oberalliser den Weg nach Visperterminen auf sich, um dort Karate zu erlernen.

Ein Dojo in Visp

Ende 1992 wurden die Platzverhältnisse für das regelmässige Training in der Zivilschutzanlage „Ahorly" zu eng. Iwan Heinzmann entschloss sich deshalb mit der Unterstützung der Clubmitglieder, ein neues und zweckmässigeres Lokal in der Umgebung von Visp zu suchen. Ziel war es, eine Turnhalle für die wöchentlichen Trainings zu finden. Da sich dies als unmöglich erwies, entschied man sich, in Visp ein Lokal zu mieten. Bei der "Garten Eden AG" an der Kantonsstrasse wurde man dann schlussendlich fündig. Nach Abschluss eines mehrjährigen Mietvertrages konnte das Lokal, welches sich noch im Rohbau befand, zu einem Karate-Dojo umgebaut werden. Im Mai 1993 wurde mit Stolz das erste Training im neuen Dojo durchgeführt.
Dass mit Visp ein idealer Standort gewählt wurde, zeigte sich schon bald einmal. Die Mitgliederzahl stieg sprunghaft von anfangs 40 (1993) an auf fast 100 (1995)! Damit den Mitgliedern ein effizientes Training angeboten werden konnte, wurde Iwan Heinzmann von Sascha Stoffel, Patrick Zurbriggen und Rinaldo Burgener tatkräftig unterstützt.

Yamato Gampel 1995

Aus allen Teilen des Oberwallis reisten Karate-Interessierte nach Visp. So war es nur eine Frage der Zeit, bis neue Dojos entstanden. Als erste zeigten zwei Mitglieder des Karate-Clubs Visp-Tärbinu, Urs Schnydrig und Wendelin Schnyder, 1995 grosses Interesse, in der Region Gampel-Steg ein weiteres S.K.I.S.F.-Dojo zu eröffnen. Da es auch im Interesse von Iwan Heinzmann und dem S.K.I.S.F. war, im Oberwallis an mehreren Standorten Karate im Shotokan Stil anzubieten, wurde dieses Interesse allgemein vom Karate Klub „Visp-Tärbinu" unterstützt. Die anfängliche Idee, das Dojo Gampel als Satellitenstation von Visp aufzubauen, konkretisierte sich aber nicht. Unter dem Namen "Yamato Gampel" wurde 1995 das zweite Dojo innerhalb des S.K.I.S.F im Oberwallis eröffnet.

2009: 20-Jähriges Jubiläum des Karate-Clubs Visp-Tärbinu

Am 28. August 2009 durfte der Karate-Club Visp-Tärbinu sein 20-jähriges Clubjubiläum feiern. Im Hörsaal der Lonza-AG fanden sich Karatekas, Ehemalige, Sponsoren und Freunde des Clubs zusammen, um gemeinsam Rückschau zu halten über 20 Jahre Vereinsgeschichte und die nächsten 20 Jahre in Angriff zu nehmen.

Aktuell trainieren jede Woche rund 100 Karatekas im Karate-Club "Visp-Tärbinu",
der damit zu den grössten SKISF-Clubs in der Schweiz gehört.

Erfolge

Visp-Tärbinu 1999

Die 22. Karate-Schweizermeisterschaften fanden 1999 in Visp statt. Unter der Leitung von OK-Präsident Christian Summermatter organisierte der Karate-Club Visp-Tärbinu ausgezeichnete Bedignungen zur Durchführung dieses Anlasses. Athleten wie Besucher waren begeistert und genossen zwei spannende und unvergessliche Budo-Tage im Oberwallis.
Der Karate-Club Visp-Tärbinu konnte mit berechtigtem Stolz auch noch sein 10-jähriges Jubiläum feiern.

WM 2000 in Bali

Im Frühjahr 2000 fand in Bali die Weltmeisterschaft des SKIF statt. Bereits im Herbst 1999 nominierte man die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche für die Schweiz nach Indonesien reisen durften. Leider enthielt das Schweizer-Team noch kein Mitglied des Karate-Clubs Visp-Tärbinu. Erst als vier Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft ein Mitglied des Kata Damenteams seine Teilnahme absagte, entschied sich Shihan Koga, Caroline Ruppen nach zu nominieren. Caroline musste nun in dieser kurzen Zeit, eine für sie neue Kata erlernen und sich in das eingespielte Team integrieren. Der hervorragende dritte Platz war der verdiente Lohn für die geleistete Arbeit. Damit waren die Damen das beste europäische Team.

EM 2001 in Kopenhagen

Internationale Erfolge blieben auch 2001 nicht aus. Für die Europameisterschaften qualifizierten sich erneut Caroline Ruppen und erstmals auch Ingemar Wyssen. Das Frauenteam mit Ruppen-Gsponer Caroline, Schnydrig Fabienne (Yamato Gampel) und Dukaric Irena unterlagen erst im Final den technisch höher bewerteten Italienerinnen. Das Team verteidigte somit für die Schweiz den Vize-Europameistertitel von 1998 in der Disziplin Team Kata.

Ebenfalls einen ausgezeichneten zweiten Rang erreichte Ingemar beim Herren Kumite-Team.

Diese Leistungen blieben im Oberwallis nicht unbemerkt und so stieg auch die Zahl der Mitglieder auf 151 Aktive. Die meisten davon - etwa 95 - hatte noch nicht ihren 20 Geburtstag gefeiert.

Weitere Erfahrungen und gute Klassierungen verzeichneten Vereinsmitglieder des Clubs auch in den folgenden Jahren. So reiste eine Delegation im April 2002 nach Slowenien an ein Turnier (Ruppen-Gsponer Caroline, Heinzmann Iwan, Burgener Rinaldo und die Gebrüder Wyssen Ingemar, Django und Jean-Paul).

Im selben Jahr errangen Leone Simone, Daniel Pajic und Schmid Lorenz in Rheinfelden den Schweizermeistertitel in ihren Disziplinen.
Leone Simone verteidigte diesen Titel im Jahr 2003. Ebenfalls 2003 nahm Django Wyssen an einem internationalen Trainingslehrgang mit anschliessendem Turnier in Brüssel teil. Heinzmann Iwan (damals 3. Dan). wurde die Ehre zu teil, die Schweizerdelegation zu coachen. Caroline Ruppen wurde als erste Oberwalliserin als Schiedsrichterin an einem internationalen Anlass des SKIF aufgeboten.
Ausserordentliche Leistungen zeigten die teilnehmenden Oberwalliserinnen und Oberwalliser auch in Portugal. Caroline Ruppen-Gsponder erhielt mit ihren Teamkolleginnen am internationalen Turnier Gold und Ingemar Wyssen erkämpfte sich bei den Herren im Kumite die wohlverdiente Bronzemedaille. In einem starken Teilnehmerfeld behaupteten sich die Karatekas aus der Schweiz und trugen mit starken Leistungen dazu bei, dass die Nationalmannschaft als erfolgreichste Nation das Kampffeld verlassen dufte.

Die Jahre zu Beginn des neuen Jahrtausends zeigten, dass der Karate-Club Visp-Tärbinu auf dem richtigen Weg ist. Was in einer Zivilschutzanlage begonnen hatte, begann nun Früchte zu tragen. So verzeichnet der Club bis heute regelmässig gute Leistungen an nationalen und internationalen Turnier. Mittlerweilen gehören mehrere Mitglieder zur Nationalmannschaft.

Dojoleiter mit 4-tem Dan

Heinzmann Iwan durfte am 10. April 2005 unter den fachkundigen Augen von Kanazawa Hirokazu Kancho (Weltchef des Shotokan Karates / 10. Dan) eine weitere Schwarzgurtprüfung ablegen; mittlerweilen seine vierte. Zur Prüfung unter der Leitung des Weltchefs werden in der Regel nur Einzelpersonen vom Schweizerischen Nationaltrainer (Sensei Koga) eingeladen, dies als Anerkennung für spezielle Verdienste. Dabei gilt es als besondere Ehre, vor dem Weltchef seine Prüfung absolvieren zu können. Heinzmann Iwan ist der höchste Dan-Träger, den das Wallis aufzuweisen hat.

Coaching-Team

Um der Nachwuchsförderung im Klub noch vermehrte Aufmerksamkeit zu schenken, wurde ein Coaching-Team gegründet. Dieses begleitet und betreut den Nachwuchs bei Turnieren.

Alpencup 2006

Nach der Durchführung der Schweizermeisterschaft im Jahre 1999 freute sich der Karate-Club Visp-Tärbinu, wieder ein nationales Turnier in Visp austragen zu können. Der Alpencup lockte 400 Karatekas aus der gesamten Schweiz ins Wallis. Das OK unter der Leitung von Renato Studer organisierte ein in allen Bereichen durchdachtes und koordiniertes Turnier.

WM 2006 in Tokyo

Bei der WM in Japan erreichte Caroline Ruppen-Gsponer im Kata Team den hervorragenden fünften Rang. Ingemar und Jean-Paul Wyssen schieden im Kumite nach äusserst harten Kämpfen kurz vor dem Einzelfinal aus. Viola Reist konnte als jüngste Teilnehmerin erste Erfahrungen an einer WM sammeln.

Anzahl Mitglieder